Science Advances Vol 12, Issue 30, https://doi.org/10.1126/sciadv.aeb8680
Mitwirkende Mitglieder von MultiTroph: Helge Bruelheide, Jing-Ting Chen, Yi Li, Jana Petermann, Andreas Schuldt, Michael Staab, Ming-Qiang Wang, Chao-Dong Zhu
Zusammenfassung: Für diese Studie wurden Daten aus 149 Feldstudien auf fünf Kontinenten analysiert, um zu untersuchen, wie sich eine zunehmende Pflanzenvielfalt auf die Interaktionen zwischen Pflanzen, Pflanzenfressern und deren natürlichen Feinden in landwirtschaftlichen und natürlichen Ökosystemen auswirkt. Die Forschenden stellten fest, dass die Pflanzenvielfalt je nach Ökosystem unterschiedliche Auswirkungen hatte. Auf Ackerflächen führte eine größere Pflanzenvielfalt zu einem deutlichen Anstieg des Verhältnisses von natürlichen Feinden zu Pflanzenfressern, was auf eine stärkere Top-down-Kontrolle von Schädlingen hindeutet. Im Gegensatz dazu zeigten Grünland und Wälder Bottom-up-Effekte. Dort führte eine höhere Pflanzenvielfalt durch eine gesteigerte Ökosystemproduktivität zu einer Zunahme sowohl der Pflanzenfresser als auch ihrer Räuber.
Schlussfolgerung: Die ökologischen Auswirkungen der Pflanzenvielfalt hängen vom Ökosystemtyp und den Bewirtschaftungspraktiken ab. Während eine erhöhte Pflanzenvielfalt in natürlichen Ökosystemen in erster Linie eine höhere Produktivität über mehrere trophische Ebenen hinweg fördert, stärkt sie in landwirtschaftlichen Systemen die natürliche Schädlingsbekämpfung, indem sie Räuber gegenüber Pflanzenfressern begünstigt.
