Vom 13. bis 17. Oktober 2025 war das iDiv in Leipzig Gastgeber der gemeinsamen Konferenz der Forschungsprojekte TreeDí und MultiTroph. Trotz des überwiegend bewölkten und regnerischen Wetters war die Woche geprägt von wissenschaftlicher Inspiration, lebhaften Diskussionen und einem intensiven Austausch zwischen Forschenden aus einem breiten Spektrum ökologischer Disziplinen.
Ein Höhepunkt der Woche waren die fünf Keynote-Vorträge, die ein breites Spektrum an Perspektiven boten: Yi Li vom Institut für Botanik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (Peking) und Georg Albert von der Universität Göttingen stellten ihre neuesten Syntheseforschungen zu BEF-China (und darüber hinaus) vor. Dominique Gravel von der Universität Sherbrooke untersuchte, unter welchen Bedingungen ein Artenverlust zu einem Verlust der Ökosystemfunktion führen kann. Benoit Gauzens (iDiv) hielt einen spannenden Vortrag über Energieflüsse, und Anna Mrazova von der Universität Südböhmen stellte die neuesten Entwicklungen bei der Erfassung multitrophischer Interaktionen vor. Wir haben uns besonders gefreut, dass Yi Li und Chao-Dong Zhu die lange Reise aus China auf sich genommen haben, um persönlich dabei zu sein.
Zusätzlich zu den Keynotes stellten 20 Doktorand:innen und Masterstudierende ihre aktuellen Forschungsprojekte vor, was zu lebhaften Debatten führte und neue Ideen inspirierte. Das Programm wurde durch sieben Workshops ergänzt, die Raum für methodische Vertiefungen (Strukturgleichungsmodellierung, Metaanalyse, Konzeptualisierung), theoretische Diskussionen und projektübergreifende Zusammenarbeit boten.
Die Konferenz beinhaltete ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Eine Stadtführung durch Leipzig bot internationalen Gästen und neuen Gruppenmitgliedern die Möglichkeit, die Geschichte und Kultur der Stadt zu erkunden. Ein besonderes Highlight war der Ausflug zum Forschungsarboretum (ARBOfun) in Großpösna unter der fachkundigen Leitung von Christian Wirth, bei dem die Teilnehmenden wertvolle Einblicke in aktuelle Experimente und die langfristige Waldforschung erhielten. Für diejenigen, die bereit waren, früh aufzustehen, begannen die Konferenztage sogar mit einem gemeinsamen (sehr frühen!) Morgenlauf.
Für MultiTroph bot die Woche auch Gelegenheit zu eingehenden strategischen Diskussionen über die geplante zweite Phase des Projekts. Obwohl noch viele Details ausgearbeitet werden müssen, kam eine besonders vielversprechende Idee auf: der experimentelle Ausschluss einer großen Gruppe von Waldinvertebraten, um besser zu verstehen, wie sich ein solcher Artenverlust auf die Beziehungen zwischen Biodiversität und Ökosystemfunktionen auswirken kann.
Insgesamt war die gemeinsame Konferenz von TreeDí und MultiTroph eine intensive, produktive und inspirierende Woche, die bestehende Kooperationen stärkte und neue wissenschaftliche Impulse gab. Für MultiTroph war diese Konferenz ein großer Erfolg! Wir freuen uns schon auf die nächsten Schritte, die sich aus diesen intensiven und anregenden Tagen ergeben werden.
